Stigma-Internalisierung
Stigma Internalization
Stigma-Internalisierung bezeichnet den Prozess, bei dem gesellschaftliche Vorurteile und negative Sichtweisen auf die eigene Person angewendet werden, sodass man sich selbst negativ betrachtet. Es ist eine unsichtbare Last, die Menschen mit psychischen Schwierigkeiten zusätzlich belastet.
Details
Was ist Stigma-Internalisierung?
Stigma-Internalisierung ist der Prozess, bei dem gesellschaftliche Vorurteile und Diskriminierung gegenüber psychischen Erkrankungen oder bestimmten Zuständen als eigene Überzeugungen übernommen werden. Gedanken wie 'Ich bin ein Mensch mit Problemen' oder 'Ich bin schwach' verankern sich tief im Inneren.
Wie entsteht sie?
In unserer Gesellschaft existieren viele Vorurteile gegenüber psychischen Schwierigkeiten. Wenn man wiederholt Aussagen hört wie 'Wer zur Psychiatrie geht, ist komisch' oder 'Depressionen kommen von mangelndem Willen', beginnt man irgendwann, diese Aussagen auf sich selbst anzuwenden. Genau das ist die Internalisierung von Stigma.
Welche Auswirkungen hat sie?
Wenn Stigma internalisiert wird, sinkt das Selbstwertgefühl erheblich und man scheut sich, Hilfe anzunehmen. Die Angst, 'Wenn ich Beratung in Anspruch nehme, werde ich dann wirklich als komisch angesehen?', kann dazu führen, notwendige Behandlungen aufzuschieben. Man zieht sich sozial zurück, das Gefühl der Isolation wächst und der Genesungsprozess wird schwieriger.
Wie kann man sie überwinden?
Der erste Schritt ist, die eigenen Vorurteile zu erkennen. Psychische Schwierigkeiten können jeden treffen, und Hilfe zu suchen ist eine mutige Handlung. Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, und gegenseitige Unterstützung können ebenfalls eine große Kraft sein.
Mindys Gedanke: Psychische Schmerzen sind absolut kein Grund zur Scham. So wie man bei einer Erkältung zum Arzt geht, ist es völlig natürlich, sich bei seelischen Schwierigkeiten Hilfe zu holen. Du bist so, wie du bist, ein wertvoller Mensch.
💡 Alltagsbeispiel
Nach der Diagnose einer Depression die gesellschaftliche Überzeugung 'Ich bin nutzlos' als eigene zu übernehmen und sich dadurch noch mehr zurückzuziehen – das ist Stigma-Internalisierung.
Dieser Inhalt dient Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Diagnose.