Gefühle benennen (Affect Labeling)
Affect Labeling
Allein das Benennen eines Gefühls mit Worten wie „gekränkt“ oder „ängstlich“ kann seine Intensität abschwächen – ein Forschungsbefund und zugleich eine Übung, oft zusammengefasst als „Name it to tame it“.
Ausführliche Erklärung
Was bedeutet Gefühle benennen?
Gefühle benennen (Affektbenennung) heißt, das gerade empfundene Gefühl konkret in Worte zu fassen – gesprochen oder geschrieben. Statt „Mir geht’s nicht gut“ etwa: „Ich bin gekränkt, weil ich auf eine Nachricht gewartet habe und keine kam.“ Im Englischen ist das als „Name it to tame it“ bekannt (Benenne es, um es zu zähmen).
Warum wirkt das?
Studien mit bildgebenden Verfahren zeigen: Wenn Sie ein Gefühl benennen, sinkt die Aktivität der Amygdala, die auf Bedrohung reagiert, und die Aktivität des präfrontalen Kortex, der für Denken und Regulation zuständig ist, steigt. So gewinnen Sie etwas Abstand zum Gefühl, ohne es unterdrücken zu müssen.
So können Sie es ausprobieren
Hilfreiche Gefühlswörter
Gekränkt, verbittert, unruhig, ratlos, ernüchtert, neidisch, beschämt, erleichtert, stolz, voller Vorfreude
Ein Wort von Seele
Ein Gefühl zu benennen heißt nicht, es loszuwerden, sondern es wahrzunehmen: „Ah, da bist du ja.“ Ein Gefühl, das gesehen wird, wird ein wenig ruhiger. Welcher Name passt heute zu Ihrem Herzen?
💡 Alltagsbeispiel
Eine Person ärgerte sich grundlos über die Hochzeitsnachricht einer Freundin. Nachdem sie in ihr Gefühlstagebuch geschrieben hatte: „Neben der Freude für sie war ich unruhig und neidisch, als würde nur ich zurückbleiben“, legte sich der Ärger spürbar.
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Seele ist hier, um dieses Thema mit dir zu erkunden und persönliche Ratschläge zu geben
Dieser Inhalt dient Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Diagnose.