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Dankbarkeitsübung: Jeden Tag drei gute Dinge finden

Wie die von Martin Seligman vorgeschlagene Dankbarkeitsübung dein Glücksempfinden steigern kann.

Lesezeit 5MinViews 244. Juni 2025
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Einführung

Würdest du glauben, dass es dich glücklicher machen kann, jeden Tag einfach drei gute Dinge aufzuschreiben? Die von Professor Martin Seligman vorgeschlagene Übung "Drei gute Dinge" (Three Good Things) gehört zu den am besten erforschten und belegten Interventionen der Positiven Psychologie. Schauen wir uns an, wie diese einfache, aber wirkungsvolle Übung die Aufmerksamkeitsverzerrung des Gehirns verändert und die Lebenszufriedenheit steigert.

Kernpunkte

Die Wissenschaft der Dankbarkeit

Das menschliche Gehirn hat einen Negativitätsbias (negativity bias): Es richtet seine Aufmerksamkeit stärker auf Negatives. Dankbarkeitsübungen korrigieren diese Verzerrung und trainieren das Gehirn, auch positive Erfahrungen wahrzunehmen. Mit der Wiederholung verändern sich die Aufmerksamkeitsmuster, und du bemerkst ganz natürlich mehr Gutes.

So geht die Übung

Schreib jeden Abend vor dem Schlafengehen drei Dinge auf, die heute gut waren. Sie dürfen ruhig ganz klein sein ("Das Wetter war schön", "Ein leckeres Mittagessen", "Ein Lob von einer Kollegin"). Ergänze zu jedem Punkt eine Zeile: "Warum ist dieses Gute passiert?"

Dankbarkeit erweitern

Über die drei guten Dinge hinaus kannst du die Übung erweitern: mit einem Dankesbrief (den du der Person, der du dankbar bist, persönlich übergibst), einer Dankbarkeitsmeditation (den Tag Revue passieren lassen und Dankbarkeit spüren) oder einem Dankbarkeitsspaziergang (beim Gehen die schönen Dinge um dich herum wahrnehmen).

Wissenschaftliche Grundlage

In Seligmans Studie (2005) waren Teilnehmende, die die Übung "Drei gute Dinge" eine Woche lang gemacht hatten, auch sechs Monate später noch deutlich glücklicher. Eine Gruppe, die ein Dankbarkeitstagebuch führte, war um 25 % optimistischer und trieb 1,5 Stunden mehr Sport als die Kontrollgruppe (Emmons & McCullough, 2003). Es gibt zudem neurowissenschaftliche Studien, nach denen Dankbarkeit die Ausschüttung von Dopamin und Serotonin fördert.

So setzt du es um

  1. Nimm dir jeden Abend vor dem Schlafen fünf Minuten Zeit und schreib drei gute Dinge des Tages auf.
  2. Wenn du zu jedem Punkt ein "Warum?" ergänzt, wird die Wirkung noch größer.
  3. Erzählt euch beim gemeinsamen Essen in der Familie gegenseitig, "was heute gut war".
  4. Schreib einmal pro Woche einen Dankesbrief (du musst ihn nicht abschicken).
  5. Bleib mindestens zwei Wochen dran, dann wirst du erste Veränderungen spüren.

Im Alltag anwenden

Denk morgens an "eine Sache, auf die ich mich heute freue". Sei vor dem Essen dankbar für deine Mahlzeit und genieße den ersten Bissen bewusst. Lächle auf dem Heimweg, während du an "den schönsten Moment des Tages" denkst.

Hinweise

  • Erzwungene Positivität kann nach hinten losgehen. Schreib nur auf, was du wirklich so empfindest.
  • Bei einer schweren Depression kann die Dankbarkeitsübung schwerfallen. Professionelle Behandlung hat dann Vorrang.
  • Wenn du das Gefühl hast, "es gab nichts Gutes", fang mit den kleinsten Dingen an (ich atme, aus dem Hahn kommt warmes Wasser).

Ein Wort von Seele

Dankbarkeit bedeutet nicht, etwas zu erschaffen, das nicht da ist, sondern wahrzunehmen, was schon da ist. Such heute Abend nach drei guten Dingen. Es gibt sie bestimmt. Auch Seele möchte ein dankbares Herz mit dir teilen.

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Diese Inhalte ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei ernsthaften Symptomen hol dir bitte unbedingt Hilfe von einer Fachperson für psychische Gesundheit.