Einfuehrung
Haben Sie sich jemals hilflos gefuehlt, wenn jemand, den Sie lieben, unter Depressionen leidet? Zu erkennen, dass Saetze wie "Reiss dich zusammen!" oder "Denk positiv!" mehr schaden als helfen koennen, ist der erste Schritt. Hier finden Sie einen konkreten Leitfaden.
Kernpunkte
Was Sie NICHT tun sollten
"Kopf hoch", "Das ist nur eine Phase" -- Depression als Willensschwaeche abtun. "Mir geht es auch schlecht" -- Leid vergleichen. "Stell dich nicht so an" -- Gefuehle herunterspielen. Zum Ausgehen zwingen, mit Ratschlaegen bombardieren oder sich distanzieren.
Was Sie tun sollten
Einfach da sein. Zeigen Sie Ihre Praesenz: "Ich sehe, dass du eine schwere Zeit durchmachst. Ich bin hier." Zuhoeren ohne zu urteilen -- Empathie statt Loesungen. Praktische Hilfe anbieten wie gemeinsam essen oder Besorgungen erledigen. Professionelle Hilfe behutsam vorschlagen.
Achten Sie auf sich selbst
Auch Unterstuetzende koennen ausbrennen. Erkennen Sie Ihre eigenen Gefuehle und Grenzen an und suchen Sie bei Bedarf selbst Unterstuetzung.
Forschungsgrundlage
Zahlreiche Studien bestaetigen, dass soziale Unterstuetzung ein zentraler Schutzfaktor bei der Genesung von Depressionen ist. "Falsche Unterstuetzung" (ratschlagorientiert, Gefuehle herunterspielend) kann Depressionen jedoch verschlimmern (Journal of Social and Personal Relationships, 2017). Empathisches Zuhoeren ist die wirksamste Form der Unterstuetzung.
Praktische Schritte
Anwendung im Alltag
Senden Sie einmal pro Woche eine kurze Nachricht: "Wie geht es dir heute?" Schlagen Sie gemeinsames Essen vor. Wenn die Person ablehnt, geben Sie nicht auf.
Wichtige Hinweise
Ein Wort von Seele
Fuer einen geliebten Menschen da zu sein, wenn es ihm schlecht geht -- allein das ist bereits ein gewaltiges Geschenk. Sie brauchen keine perfekten Worte -- "Ich stehe an deiner Seite" reicht voellig aus. Auch Sie, der Sie sich kuemmern, sind ein wertvoller Mensch. Seele ist auch fuer Sie da.