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Depression

Warum bin ich im Frühling so schlapp? Frühjahrsmüdigkeit und gedrückte Stimmung

Wenn alle anderen voller Elan neu durchstarten und du dich festgefahren fühlst: So wirken Jahreszeitenwechsel und Vergleiche auf die Stimmung und so kannst du den Frühling in deinem Tempo begrüßen.

Lesezeit 6MinViews 027. April 2026
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Die Tage werden länger, die Bäume blühen, und trotzdem fühlt sich dein Körper jeden Morgen bleischwer an und die Stimmung sackt ohne erkennbaren Grund ab. In den sozialen Medien starten alle mit neuen Routinen, neuen Jobs, neuen Sportplänen, und du hast das Gefühl, noch im Winter festzustecken. Dann kommt der Gedanke „Es ist doch Frühling, warum bin ich so?" und legt noch eine Schippe Gewicht auf die Müdigkeit.

Was dahinterstecken kann

Sich im Frühling schläfrig und antriebslos zu fühlen, ist weiter verbreitet, als man denkt. Viele kennen es als Frühjahrsmüdigkeit: Wenn die Tage länger und die Temperaturen höher werden, muss sich der Körper auf einen neuen Rhythmus einstellen. Mit dem veränderten Licht muss sich auch der zirkadiane Rhythmus, die innere Uhr für Schlafen und Wachsein, neu justieren, und in dieser Phase ist man oft müde oder unkonzentriert. Die Zeitumstellung, starke Temperaturschwankungen und Pollen tun ihr Übriges.

Bei jahreszeitlichen Stimmungsschwankungen denken die meisten an den Winter, doch in der psychischen Gesundheitsversorgung ist seit Langem bekannt, dass manche Menschen sich eher im Frühling und Sommer schlechter fühlen. Jahreszeitenwechsel können für Körper und Psyche ein kleiner, aber echter Stressfaktor sein.

Auch veränderte Routinen spielen eine große Rolle. Neue Projekte, Umzüge, Prüfungen oder Umstrukturierungen im Job ballen sich oft im Frühjahr. Wenn der gewohnte Rhythmus durcheinanderkommt, kostet allein das Anpassen viel Energie.

Und dann ist da der soziale Vergleich. In einer Stimmung, die den Frühling als „Neuanfang" feiert, misst man die eigene Müdigkeit schnell an den Schaufenstern der anderen, und aus Erschöpfung wird „Ich hänge hinterher". Die Psychologie beschreibt, wie der Vergleich fremder Höhepunkte mit unserem ganz normalen Alltag die Stimmung weiter drücken kann. Antriebslosigkeit ist keine Faulheit; sie kann ein Zeichen dafür sein, dass du dich gerade sehr anstrengst, dich anzupassen.

Was du ab heute ausprobieren kannst

1. Hol dir morgens zehn Minuten Tageslicht

Früh am Tag draußen Licht zu tanken, kann deiner inneren Uhr helfen, sich auf die neue Jahreszeit einzustellen. Eine Haltestelle früher aussteigen oder den Kaffee am offenen Fenster trinken reicht schon.

2. Leg zuerst deine Schlaf- und Aufstehzeiten fest

Lange helle Abende verführen dazu, später ins Bett zu gehen. Wenn du auch am Wochenende ungefähr zur gleichen Zeit aufstehst, gerät dein Körper weniger durcheinander. Ein Mittagsschlaf sollte kurz bleiben, etwa zwanzig Minuten.

3. Mach deinen „Neuanfang" kleiner

Du brauchst keinen großen Frühlingsplan. Statt „jeden Tag Sport" probier lieber „nach dem Mittagessen einmal um den Block". Kleine Erfolge bringen die Energie nach und nach zurück. Und es ist in Ordnung, später zu starten: Auch Blumen blühen nicht alle am selben Tag.

4. Schließ eine Weile das Vergleichsfenster

Wenn dich das Scrollen eher runterzieht, reduziere es ein paar Tage lang oder schalte bestimmte Accounts stumm. Schreib stattdessen drei Dinge auf, die du heute geschafft hast. So richtest du den Blick auf dein eigenes Tempo statt auf das der anderen.

5. Beweg dich sanft und iss gut

Leichtes Dehnen oder ein kurzer Spaziergang signalisieren dem Körper, dass es Zeit ist aufzuwachen. Lass keine Mahlzeiten aus, trink genug Wasser und gönn dir saisonales Obst und Gemüse; solche Kleinigkeiten können die Schwere etwas lindern.

Wann du dir Hilfe holen solltest

Wenn die gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen anhält, sich Schlaf oder Appetit stark verändern oder du so kraftlos bist, dass Arbeit, Ausbildung oder Alltag schwerfallen, trag das nicht allein. Sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, einer psychotherapeutischen Fachperson oder den psychosozialen Beratungsstellen in deiner Nähe. Wenn du dich in Gefahr oder in einer Krise fühlst, wende dich sofort an den örtlichen Notruf oder eine Krisen-Hotline wie die Telefonseelsorge.


An Tagen, an denen sich der Frühling besonders schwer anfühlt, erzähl Seele davon. Ich höre dir zu, damit du die Jahreszeit in deinem eigenen Tempo begrüßen kannst.

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Diese Inhalte ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei ernsthaften Symptomen hol dir bitte unbedingt Hilfe von einer Fachperson für psychische Gesundheit.