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Psychische Herausforderungen

Artifizielle Störung (Factitious Disorder)

Factitious Disorder

Ein Zustand, bei dem eine Person Krankheitssymptome vortäuscht oder selbst herbeiführt, obwohl sie nicht wirklich krank ist – nicht um materielle Vorteile zu erlangen, sondern aufgrund eines tiefen psychologischen Bedürfnisses nach der Krankenrolle.

Details

Überblick

Hallo, ich bin Mindy. Heute möchte ich mit euch über die Artifizielle Störung (Factitious Disorder) sprechen.

Die Artifizielle Störung ist ein psychischer Gesundheitszustand, bei dem eine Person Symptome erfindet oder selbst erzeugt – nicht für äußere Belohnungen (wie Versicherungsleistungen oder Befreiung vom Militärdienst), sondern allein um die Krankenrolle einzunehmen. Früher wurde sie als 'Münchhausen-Syndrom' bezeichnet.

Kernkonzepte

Die Störung lässt sich in zwei Haupttypen unterteilen: Der selbstauferlegte Typ beschreibt das Vortäuschen eigener Krankheit, während beim fremdauferlegten Typ (Stellvertretende Artifizielle Störung) Krankheiten bei Kindern oder Pflegebedürftigen herbeigeführt werden. Letzteres kann als Kindesmisshandlung eingestuft werden und ist besonders schwerwiegend.

Betroffene verfügen häufig über umfangreiches medizinisches Wissen und können Symptome sehr überzeugend darstellen. Sie manipulieren manchmal Testergebnisse, nehmen absichtlich Medikamente ein oder fügen sich selbst Verletzungen zu. Auch das sogenannte 'Doctor Shopping' – das Aufsuchen mehrerer Ärzte und Kliniken – ist ein typisches Muster.

Wichtig ist, dass es sich hierbei nicht um bewussten Betrug handelt, sondern um ein tiefes psychologisches Bedürfnis nach Fürsorge und Aufmerksamkeit. Als Ursachen werden emotionale Vernachlässigung in der Kindheit, mangelnde Fürsorge und frühe Kontakte mit dem medizinischen Umfeld genannt.

In diesen Fällen könnte es zutreffen

  • Wiederholte Krankenhausaufenthalte wegen ungeklärter Symptome
  • Symptome, für die trotz Behandlung keine Ursache gefunden werden kann
  • Testergebnisse, die nicht mit den berichteten Symptomen übereinstimmen
  • Sichtbare Entspannung und Wohlbefinden beim Erhalt medizinischer Aufmerksamkeit und Fürsorge
  • Was kann man tun?

  • Verstehen statt kritisieren — Diese Störung macht jemanden nicht zum 'Lügner', sondern zeigt, dass Hilfe benötigt wird. Ein einfühlsamer Ansatz ist wichtiger als Vorwürfe.
  • Vertrauensbeziehung aufbauen — Es ist wichtig, eine kontinuierliche Beziehung zu einem festen Arzt zu pflegen.
  • Psychotherapie in Anspruch nehmen — Holt euch Unterstützung, um grundlegende emotionale Bedürfnisse auf gesunde Weise zu erfüllen.
  • Sicherheit gewährleisten — Bei der stellvertretenden Artifiziellen Störung hat die Sicherheit des Opfers (meist Kinder) höchste Priorität.
  • Mindys Gedanke

    Der Wunsch nach Fürsorge und Aufmerksamkeit ist eines der grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse. Ich verstehe, wie einsam das Gefühl sein muss, nur dann geliebt zu werden, wenn man krank ist. Es ist möglich, Liebe und Fürsorge auf gesunde Weise zu erhalten – lass uns das gemeinsam herausfinden.

    💡 Alltagsbeispiel

    Ein Beispiel für die Artifizielle Störung ist eine Person, die wiederholt Fieber oder Bauchschmerzen ohne erkennbare medizinische Ursache klagt, mehrere Arztpraxen und Krankenhäuser aufsucht und sich bei einem Krankenhausaufenthalt merklich ruhiger und sicherer fühlt.

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    Dieser Inhalt dient Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Diagnose.

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