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Beziehungen & Kommunikation

Defensivität

Defensiveness

Defensivität ist die Reaktion, sich durch Ausreden oder Gegenangriffe zu schützen, wenn man Kritik oder Beschwerden hört.

Details

Was ist Defensivität?

Defensivität ist eine automatische Reaktion, bei der man sich gegen die Kritik oder Beschwerden des Gegenübers zu schützen versucht. Sie ist eines der 'Vier apokalyptischen Reiter (Four Horsemen)' von Dr. John Gottman und gilt als eines der wichtigsten Kommunikationsmuster, die Beziehungen verschlechtern.

Formen der Defensivität

  • Ausreden machen: 'Das ist nicht meine Schuld, das war wegen...'
  • Gegenangriff: 'Ich mag das getan haben, aber was ist mit dir?'
  • Opferrolle einnehmen: 'Ich bin immer der Böse, egal was ich tue, es ist falsch'
  • Leugnen: 'Das habe ich nie getan, du hast dich geirrt'
  • Rationalisieren: 'Jeder hätte in dieser Situation genauso gehandelt'
  • Warum werden wir defensiv?

    Defensivität ist im Grunde ein Selbstschutzmechanismus:

  • Bedrohungswahrnehmung: Kritik wird als Angriff auf den eigenen Wert empfunden
  • Schamvermeidung: Angst, sich zu schämen, wenn man Fehler zugibt
  • Vergangene Erfahrungen: Kritik in der Kindheit erzeugt automatische Reaktionen
  • Kontrollgefühl bewahren: Man möchte das Gefühl haben, die Situation zu kontrollieren
  • Auswirkungen der Defensivität auf Beziehungen

    Wenn man defensiv reagiert, fühlt das Gegenüber, dass seine Gefühle ignoriert werden. Dies führt zu stärkeren Vorwürfen, und Vorwürfe rufen wieder Defensivität hervor – ein Teufelskreis entsteht. Letztendlich wird echte Kommunikation unmöglich.

    Was man statt Defensivität tun kann

  • Kurz innehalten: Tief durchatmen, bevor man reflexartig reagiert
  • Die Perspektive des anderen anerkennen: Zuerst mit 'Du hast dich so gefühlt' annehmen
  • Einen Teil der Verantwortung übernehmen: Es ist in Ordnung, nicht perfekt zu sein
  • Neugierig sein: Fragen 'Was war für dich schwierig?'
  • Mindys Gedanke

    Defensivität ist eine natürliche Reaktion unseres Geistes, der sich selbst schützen möchte. In Beziehungen hat jedoch der Mut, die Gefühle des anderen zu verstehen, mehr Kraft als die eigene Verteidigung.

    💡 Alltagsbeispiel

    Ein Beispiel für Defensivität: Wenn das Gegenüber sagt 'Ich habe das Gefühl, wir reden in letzter Zeit zu wenig' und man antwortet 'Ich bin doch jeden Tag beschäftigt, du könntest ja auch zuerst schreiben.'

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    Dieser Inhalt dient Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Diagnose.

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