Negativitätsbias bei Depressionen
Negativity Bias in Depression
Eine kognitive Verzerrung, bei der Menschen in einem depressiven Zustand negativen Informationen mehr Aufmerksamkeit schenken und sich diese besser merken. Es ist wie ein Filter im Kopf, der Gutes ausblendet und Schlechtes übermäßig groß erscheinen lässt.
Details
Was ist der Negativitätsbias bei Depressionen?
Der Negativitätsbias ist ursprünglich ein natürlicher kognitiver Mechanismus zum Überleben des Menschen. Bei Depressionen wird diese Verzerrung jedoch übermäßig verstärkt, sodass man negative Informationen selektiv wahrnimmt, sich merkt und interpretiert. Mindy würde es so beschreiben: Es ist, als würde man die Welt durch eine dunkle Brille betrachten.
Wie funktioniert das?
Der Negativitätsbias bei Depressionen wirkt auf drei Ebenen:
Der Teufelskreis
Dieser Bias ist einer der zentralen Mechanismen, die eine Depression aufrechterhalten und vertiefen. Wer nur negative Informationen aufnimmt, sieht die Welt wirklich düster, was die Stimmung weiter senkt und den Negativitätsbias erneut verstärkt. Dies hängt eng mit den kognitiven Verzerrungen zusammen, die Aaron Beck in seiner kognitiven Theorie betont.
Den Bias erkennen ist der erste Schritt
Mindy möchte betonen, dass das Erkennen dieses Bias selbst der Beginn der Veränderung ist. In der kognitiven Verhaltenstherapie werden negative Gedanken aufgeschrieben und überprüft, ob sie Tatsachen oder Verzerrungen sind. Auch das tägliche Aufschreiben von drei Dingen, für die man dankbar ist, trainiert die Aufmerksamkeit für positive Informationen.
Wenn man weiß, dass man eine dunkle Brille trägt, kann man zumindest versuchen, sie für einen Moment abzusetzen.
💡 Alltagsbeispiel
Im Büro hatte ich neun Dinge richtig gemacht, aber nur der eine Fehler kreiste den ganzen Tag in meinem Kopf. Die guten Leistungen konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, und ich hatte das Gefühl: 'Ich bin einfach unfähig.'
Dieser Inhalt dient Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Diagnose.